Ü30 Party – Exoten aller Länder vereinigt Euch

Kurz gesagt ist die erste Ü30 Party vermutlich für die meisten Besucher ein Schock! Nicht nur wenn man selbst als bereits 40+ und noch dazu als bereits lang & fest vergebener Ehepartner den Tanzboden betritt. Nein, auch allgemein hat das für eine Zielgruppe etablierte Tanzbodenfest einen eher abturnenden Charakter.

Einmal abgesehen von der eigentlichen Zielgruppe sollte zuerst einmal eine Altersobergrenze für Besucher eingeführt werden. Natürlich sind auch über 50 Jährige weiterhin Ü30 aber es kann ja nicht sein das die halbe Geriatrie zu solchen Veranstaltungen Ausgang bekommt. Wer mit seinen Eltern feiern möchte soll einfach zu Hause feiern. Eine gewisser Schutzraum um sich in der Zielgruppe auszutoben gereicht sicher allen zum Vorteil und hilft die Veranstaltung vom Negativimage Seniorentreff, Abstellrampe usw. zu befreien.

Das gilt natürlich nicht nur für Gäste – sondern auf für Animateusen, Staff und insbesondere DJ`s! Wenn es wie kürzlich in der Muffathalle/Ampere dazu führt, das der Ü60 DJ mit langen grauen Haaren seine Raritäten aus der „Rocktasche“ zum Besten gibt kann es durchaus dazu führen das dem ein oder anderen geneigten Partygast die Tanzlaune vergeht. Alleine der Bieterwettkampf unter den paarungsbereiten Singles verhinderte hier die leergefegte Tanzfläche und gibt dem DJ das Gefühl den richtigen Musikgeschmack ausgewählt zu haben.

Der war am letzten Samstag sicher ein kompetenter ROCK Almanach. Gewundert hat`s lediglich, das nicht Ammon Düül oder andere psychedelische Rarität zu Gehör kamen. Von dem was vor ca.12-15 Jahren auf den Plattentellern lag und für Stimmung sorgte hatte der DJ jedenfalls wenig Ahnung. Zudem hatte er noch die falsche Schublade erwischt. Denn bei einem stimmungsvollen Tanzabend sollte man nicht die dritt.- oder viertbesten Lieder eines Tonträgers auswählen sondern einfach die Hits! Dies zeugt zwar von almanachischer Allwissenheit, aber nicht von dem Gefühl für Stimmung und Partyfeeling. Klar, wenn man fast 50 Jahre aufgelegt hat hängt einem das Zeug manchmal zum Hals raus, aber da verweise ich auf o.g. Thema Altersbeschränkung – auch beim Staff.

Einigen jüngeren Gästen hätte eine Remineszenz an Red Hot Chillie Peppers, Stiltskin sicher gut getan. Dem Fass den Boden haut es allerdings raus wenn der DJ Paradise City vor dem finalen Wirbel abbricht und in einen Billy Idol Klassiker aus der Rock, Post-Punk Ära überführt – immer noch besser wie Ace of Base in der Nachbarhalle aber sowas hat man eben auch noch nicht erlebt. Evtl. hat besagter DJ ja nur einen Liedwunsch erfüllt und kannte den Song nicht!



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